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Gute Gründer

Kategorie: Best Practice

Gute Gründer

Sven und Andrea Hofmann arbeiteten lange in verantwortlichen Positionen bei großen Unternehmen. Mit dieser Erfahrung, Leidenschaft und Unterstützung durch die Sparkasse Hannover haben sie ihr eigenes Franchise-Geschäft eröffnet: „Kind der Stadt“. Und bald wollen sie mit der nächsten Idee durchstarten.

Neustart mit bewährter Idee

Man könnte sagen, dass ein Zufall Sven Hofmann zu seinem Geschäft gebracht hat. Wahrscheinlich lag es aber mehr an seiner Aufmerksamkeit. Er erkannte die Chance, als eine Freundin von einem besonderen Geschäft in Hamburg erzählte. Dort hatte 2013 „Kind der Stadt“ eröffnet, ein Laden für die Erstausstattung von Babys. Die Gründer, selbst junge Eltern, hatten Produkte gesucht, die nicht nur dem Nachwuchs gefielen, sondern auch ihnen selbst – und die in ihr Zuhause passten. Und sie setzten auf gute Beratung. Hofmann kam mit den Hamburgern ins Gespräch, sie waren einander gleich sympathisch, und schnell war klar: „Kind der Stadt“ kommt als Franchise nach Hannover.

Sven Hofmann und seine Frau Andrea kennen sich in der Wirtschaft aus. Sie haben jahrelange Erfahrung in großen Unternehmen gesammelt, lange Dienstreisen nach Asien bestimmten Sven Hofmanns Alltag. Mit einem eigenen Geschäft in Hannover wollte er mehr Ruhe in sein Leben bringen. Der gelernte Einzelhandelskaufmann wusste, dass ein Ladengeschäft in Zeiten rasant wachsender Online-Umsätze kein Selbstläufer ist. Die Festanstellung hätte er nicht für jede Idee aufgegeben. „Es war von Anfang an klar: Es kann nur ein Thema sein, das viel Beratung erfordert“, sagt Hofmann.

Erst fragen, dann beraten

Die Kinder der Hofmanns sind schon groß. Trotzdem hat sich das Ehepaar hochmotiviert in das Thema gestürzt. Das merken die Kunden im Geschäft, das vor drei Jahren auf der Podbielskistraße eröffnet hat, direkt gegenüber von Bahlsens goldenem Keks. In dem geschmackvoll eingerichteten Laden hinter der Jugendstilfassade stellen die Gründer Fragen, die zunächst ungewöhnlich erscheinen: Wie wohnt ihr? Wo geht ihr spazieren? Fliegt ihr oft? „Wir wollen ein Gespür bekommen, welche Details für den Alltag unserer Kunden wichtig sind“, sagt Hofmann.

Sven und Andrea Hofmann im Gespräch mit Firmenkundenberaterin Inga Thomas (l.)

Die Zielstrebigkeit des Ehepaars beeindruckte auch Inga Thomas. Für die Gründungsberaterin der Sparkasse Hannover war nach dem ersten Gespräch mit Sven Hofmann klar: Das ist eine Gründerpersönlichkeit. „Er verfügte über viel Erfahrung in Einzelhandel und Vertrieb. Außerdem konnte er andere begeistern“, erinnert sich Thomas. Aufgabe der Beraterin war es, diese persönlichen Eindrücke in die Anträge für Gründungskredite der staatlichen KfW-Bank zu übertragen. Denn wer die bis zu 125.000 Euro Darlehen mit einem aktuellen Zinssatz von etwas mehr als 2 Prozent in Anspruch nehmen möchte, kann dafür nicht persönlich vorstellig werden. Umso wichtiger ist also das positive Votum der Hausbank. Die Hofmanns erhielten einen Kredit.

Kundschaft mit hohen Ansprüchen

Leidenschaft und Liebe zum Detail haben sich die beiden auch im vierten Jahr nach der Gründung erhalten. Kommt etwa ein neuer Kinderwagen ins Sortiment, dann probiert Sven Hofmann so lange, wie man ihn schnell aufbaut oder wo der Sonnenschirm festgeklippt wird, als wollte er sein eigenes Neugeborenes hineinlegen. Das Sortiment ist sorgfältig ausgewählt. Viele Produkte wurden von Eltern entwickelt, die sich mit einem Problem nicht abfinden wollten und die Lösung selbst in die Hand nahmen.

Das kommt bei der Zielgruppe gut an: Das „Kind der Stadt“ besuchen viele Kundinnen und Kunden, die es gewohnt sind, Entscheidungen zu treffen – im Büro wie im Privaten. Dann kommt ein Kind, und die künftigen Eltern merken, wie komplex das Thema der Erstausstattung ist. Sie haben zudem den Anspruch, dass sich Babybett, Wippe oder Tragetuch in einem stilvoll gestalteten Umfeld ästhetisch einfügen.

Freiheiten trotz Franchising

Sven Hofmann hat es nicht bereut, sich als Franchise-Nehmer selbstständig zu machen. „Das hatte für uns viele Vorteile“, sagt er. Die Hofmanns profitierten von den Erfahrungen des Hamburger Geschäfts. So wussten sie schon vor dem Start, welche Produkte gut laufen. Sie spürten einen Vertrauensvorschuss der Marken, den sie sich als „einfache“ Neugründer wohl erst hätten erkämpfen müssen. Manche Dinge wie das Farbkonzept haben die Ladenbesitzer aus der Hansestadt übernommen. Ansonsten haben die Hofmanns relativ freie Hand, was Sortimentsgestaltung oder Produktauswahl angeht.

Vorteile brachte das Franchise-Modell auch bei der Finanzierung: Gründungsberaterin Inga Thomas hatte die Möglichkeit, in die Zahlen des Hamburger Ur-Geschäfts zu schauen, was ihr half, Chancen und Risiken besser einzuschätzen.

Erklärvideos und Online-Beratung

In der Pandemie konnte das mittlerweile dreizehnköpfige Team seine Stärken zeigen, obwohl das Geschäft zweitweise geschlossen bleiben musste. Sven Hofmann drehte zum Beispiel kurze Erklärvideos darüber, wie Eltern die Funktionen eines Kinderwagenmodells am besten nutzen können, ein Beitrag, der bei Instagram mehr als 1.000-mal angeschaut wurde. Dieser Einsatz brachte ihm Bestellungen aus dem gesamten Bundesgebiet ein.

Gründungsberaterin Inga Thomas begleitet manche Unternehmen über viele Jahre. Die Hofmanns konnte sie schon nach zehn Monaten mit einem guten Gefühl alleine gehen lassen. Mittlerweile hat das Ehepaar ein benachbartes Ladengeschäft übernommen, wo es nun richtig Platz für die Kinderwagen gibt. Der gerade eingestellte Filialleiter gibt Zeit und Raum für Neues. Sven Hofmann deutet einige Ideen an – will aber noch nicht mehr verraten. Sicher ist nur: Die Hofmanns haben weiter Spaß am Unternehmertum.

Text: Gerd Schild
Fotos: Helge Krückeberg


Quickcheck: So gründen Sie richtig.

  • Bringen Sie Fachwissen mit! Eine Gründung auch dann funktionieren, wenn Sie in einer Branche als Quereinsteiger starten. Machen Sie aber deutlich, warum Sie für Ihr Vorhaben geeignet sind.
  • Ein durchdachter Business-Plan ist wichtig. Noch wichtiger ist es, sich frühzeitig darüber zu informieren, wo die Schwierigkeiten einer Gründung liegen können. Die Sparkasse Hannover bietet mit dem „Kurz-Check“ einen etwa halbstündigen persönlichen Austausch im Center Nachfolge und Gründung, mit dem Sie viele Fehler vermeiden können.
  • Seien Sie mutig! So fundiert Ihre Kenntnisse auch sein mögen, Sie werden Hürden überwinden müssen. Unternehmertum bedeutet ständige Veränderung und erfordert Flexibilität.
  • Nehmen Sie Hilfe an! Nutzen Sie die Expertise und die Netzwerke von hannoverimpuls und Kammern wie der IHK und Berufsverbänden.
  • Denken Sie langfristig, und kalkulieren Sie nicht zu knapp. Planen Sie Ausgaben für die Altersvorsorge frühzeitig ein und bauen Sie Ihren Finanzplan so, dass auch eine kleine Zinserhöhung nicht gleich alles einstürzen lässt.

 

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