Vergiss den Müll nicht 

veröffentlicht am 18. März 2026 | Kategorie: Aktuelles

Vergiss den Müll nicht 


Immobilieneigentümer wohnen mietfrei. Doch zusätzlich zur Kreditrate fallen für das Eigenheim monatlich oft mehrere Hundert Euro Nebenkosten an. Diese Ausgaben sollten Sie im Blick behalten – und in Ihrer Kalkulation berücksichtigen.

Unterhalt

Wer im Wohneigentum lebt, zahlt zwar keine Miete, aber Ausgaben für Müllabfuhr, Straßen- und Gehwegreinigung, Wasser, Abwasser, Schornsteinfeger und ähnliche Leistungen fallen natürlich trotzdem an. Je nach Wohnort und Anbieter liegen die Betriebskosten bei 2 bis 4 Euro pro Quadratmeter im Monat – die Lieferung von Strom und Wärme kommt obendrauf.

Oft lohnt es sich genau hinzuschauen und – sofern möglich – Angebote unterschiedlicher Anbieter zu vergleichen. Wie viel die Abfall- oder Abwasserentsorgung in einer Gemeinde kostet, lässt sich vor einem Umzug beim zuständigen Entsorgungsunternehmen bzw. Wasserwerk recherchieren.

Energie

Wie viel ein Haushalt fürs Heizen der eigenen vier Wände, für Warmwasser und Strom ausgibt, ist höchst individuell: Größe und Zustand der Immobilie, Zahl der Bewohner und Menge der Stunden, die man sich im Haus aufhält, spielen eine maßgebliche Rolle. Der Energieausweis gibt Käufern zumindest in etwa Auskunft darüber, was auf sie zukommt. Je schlechter gedämmt ein Haus und je älter die Heizungsanlage ist, umso höhere Kosten entstehen.

Grobe Anhaltspunkte zum Thema Heizen finden Eigentümer im Heizspiegel des Deutschen Mieterbunds, gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, der einmal im Jahr die durchschnittlichen Wärmekosten deutscher Haushalte auswertet.  Verschiedene Internetseiten bieten Rechner für die Kalkulation des künftigen Stromverbrauchs und daraus resultierender Kosten an.

Instandhaltung

In einem Haus oder einer Wohnung fallen regelmäßig Reparaturen an, für die rechtzeitig Rücklagen gebildet werden müssen. Der Betrag sollte sich an Alter, Zustand und Größe einer Immobilie bemessen (Modernisierungsrechner). Pauschal kann man mit 1,50 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche als regelmäßige Rücklage für zukünftige Renovierungen bzw. Modernisierungen planen. Ihr Berater oder Ihre Beraterin kann Ihnen dabei helfen, 1,50 Euro Eigenaufwand über Bausparen clever in 4,50 Euro Modernisierungsrücklage zu verwandeln.

Während Käufer sanierungsbedürftiger Objekte in der Regel eine Modernisierung gleich mitfinanzieren, kommt dies bei jüngeren Häusern eventuell erst später auf die Erwerber zu (Modernisierungskredit). Um die Finanzierung in der Zukunft sicherzustellen, kann ein Bausparvertrag sinnvoll sein. Für kleinere Reparaturen wie die eines defekten Rollladens oder einer undichten Regenrinne sollte immer ein kleines finanzielles Polster vorhanden sein.

Laufende Kosten

Mit der Grunderwerbsteuer ist es nicht getan: Nach dem Kauf zahlen Eigentümer eines Hauses oder einer Wohnung jährlich Grundsteuer an die Gemeinde. Die Höhe hängt vom Wert des Grundstücks, auf dem das Objekt steht, und von den kommunalen Hebesätzen ab. Je nach Kommune müssen Sie mit mehreren hundert bis über 1.000 Euro pro Jahr rechnen. Über die Grundsteuer und deren jüngste Reform informiert das Bundesfinanzministerium detailliert auf seiner Seite.

Hinzu kommen Versicherungen wie etwa eine Wohngebäude-, Elementarschaden- oder Hausratversicherung, die mehrere hundert Euro im Jahr kosten können.

Haus- und Wohngeld (bei Eigentumswohnungen)

Wer eine Eigentumswohnung in einem Mehrfamilienhaus besitzt, wird automatisch Teil der Wohnungseigentümergemeinschaft, kurz WEG. Sie trägt gemeinsam die Nebenkosten, die der Gemeinschaftsbesitz verursacht, wie etwa ein Fahrstuhl, eine Tiefgarage oder ein Garten – selbst wenn einzelne Eigentümer bestimmte Bereiche nicht nutzen.

Dafür zahlen die Eigner das sogenannte Haus- oder Wohngeld. Es umfasst außer den Nebenkosten einen Betrag zur Bildung von Rücklagen für größere Reparaturen oder eine Sanierung in der Zukunft. Die Höhe bemisst sich am Umfang des Gemeinschaftsbesitzes und der individuellen Nebenkosten, aber auch an der Sparfreude der WEG. Deshalb: Ein günstiges Wohngeld erscheint attraktiv, kann aber bedeuten, dass über die Jahre nur geringe Rücklagen gebildet werden. Ist dann das Dach sanierungsbedürftig, muss der Einzelne oft auf einen Schlag mehrere Tausend Euro zur Verfügung stellen. Um solche Ausgaben zu decken, ist es sinnvoll, ein Rücklagenkonto einzurichten und gegebenenfalls einen Bausparvertrag abzuschließen.

 

Text: Kathinka Dohms