Sicher ist sicher

veröffentlicht am 18. März 2026 | Kategorie: Aktuelles

Sicher ist sicher


Der Kauf oder Bau einer Immobilie birgt hohe finanzielle Risiken, vor denen Versicherungen schützen können. Ein Überblick über die wichtigsten Policen, die man kennen sollte.

1. Lebensversicherung

Um eine Immobilie zu bauen oder kaufen, müssen sich die meisten Menschen Geld bei einem Kreditinstitut leihen. Manchmal verläuft das Leben danach nicht wie geplant: Stirbt die Person, die das Darlehen aufgenommen hat, bleibt oft eine Familie zurück, die den Kredit zurückzahlen muss, obwohl ein Einkommen fehlt. Das kann Angehörige neben dem Verlust des geliebten Menschen stark belasten.

Für diesen Fall sollten Bauherren und Käufer vorsorgen und eine Lebensversicherung abschließen. Hierfür gibt es drei verschiedene Policen: Bei einer Risikolebensversicherung bekommen Angehörige im Todesfall einmalig eine feste Summe ausgezahlt, die sich in der Regel an der Summe orientiert, die man für den Bau als Kredit aufgenommen hat. Das Geld wird nur ausgezahlt, wenn der Bauherr vor Ende der Versicherungslaufzeit stirbt; überlebt er diese, endet der Vertrag ohne Auszahlung.

Anders bei der Kapitallebensversicherung: Dort werden die eingezahlten Raten plus Zinsen zu einem festgelegten Zeitpunkt in der Zukunft ausgezahlt – oder im Falle des Todes. Zwar sind Beitragsfreistellungen und Police-Darlehen möglich, grundsätzlich ist das Geld jedoch gebunden. Bei einer vorzeitigen Auflösung fallen häufig hohe Kosten an, sodass am Ende weniger ausgezahlt wird, als mit einer einfachen Sparanlage eventuell hätte erwirtschaftet werden können.

Alternative Nummer drei ist die Restschuldversicherung. Sie sichert die bei der Bank ausstehende Kreditsumme, falls der Darlehensnehmer arbeitsunfähig werden sollte oder verstirbt. Diese Versicherung ist allerdings oft teurer als die anderen beiden Varianten.

Alle drei Versicherungen sind rechtlich nicht zwingend. Bauherren sollten genau überprüfen, ob sich die Kosten für die Policen lohnen. Einen guten Überblick bieten Vergleichsportale wie Check24 oder Verivox.

2. Unfallversicherung

Mauern, fliesen, streichen: Mancher Bauherr packt gerne selbst mit an, um die ein oder andere Handwerkerstunde zu sparen. Um sich im Falle einer Verletzung abzusichern, sollten Bauherren mit Eigenengagement eine private Unfallversicherung abschließen, da die gesetzliche Unfallversicherung nicht automatisch für Arbeiten auf der Baustelle greift.

Alle anderen Personen aus Freundeskreis oder Familie, die hin und wieder oder dauerhaft helfen, müssen zuvor bei der Berufsgenossenschaft Bau (BG Bau) angemeldet werden. Ohne diese Vorkehrung können bei einer Prüfung auf der Baustelle Bußgelder verhängt werden.

3. Bauherrenhaftpflichtversicherung

Sobald der erste Spatenstich gemacht ist, haftet ein Bauherr für alle Schäden, die anderen auf der Baustelle oder durch die Bauarbeiten dort entstehen. Gewöhnliche Haftpflichtversicherungen, die Privatpersonen ohnehin haben sollten, schließen solche Risiken aber häufig aus. Die Bauherrenhaftpflichtversicherung ist zwar keine gesetzliche Pflicht, wird aber von vielen Kreditinstituten für ein Darlehen vorausgesetzt. Sie greift, wenn Dritte auf der Baustelle oder durch Mängel am Bau zu Schaden kommen, Passanten auf angrenzenden Verkehrswegen durch herabfallende Gegenstände verletzt werden oder Helfer in Baugruben verunglücken.

4. Bauleistungs- und Feuerrohbauversicherung

Eine Bauleistungsversicherung deckt Schäden am Bau selbst ab, die zum Beispiel durch Sturm, Starkregen, Vandalismus oder unvorhersehbare Fehler im Baumaterial entstehen. Sie greift während der Bauphase und verhindert hohe Zusatzkosten.

Zusätzlich können Bauherren das Eigenheim im Werden mit einer Feuerrohbauversicherung vor Schäden durch Brand, Blitzschlag oder Explosion absichern. Die Police ist für eine gewisse Zeit beitragsfrei, wenn für die Immobilie von der Fertigstellung an eine Wohngebäudeversicherung abgeschlossen wird.

Zuletzt sollten Bauherren auch über eine Elementarversicherung nachdenken. Sie schützt finanziell gegen Schäden durch Starkregen, Überflutungen oder starke Erdbewegung. Gerade in gefährdeten Regionen kann diese Police schon während der Bauphase sinnvoll sein, spätestens wenn die Immobilie bezogen wird, sollte sie ins Versicherungspaket gehören, zu dem Sie die Expertinnen und Experten der Sparkasse gerne beraten.

5. Rechtsschutzversicherung

Keinesfalls verpflichtend, aber manchmal Gold wert, ist die Rechtsschutzversicherung. Sie deckt Kosten ab, die im gerichtlichen Streitfall mit Handwerkern, Architekten oder Bauträgern entstehen. Vorsicht: Nicht jede Rechtsschutzversicherung deckt Baustreitigkeiten ab.

 

Text: Kathinka Burkhardt