Wandel beim Handel

veröffentlicht am 19. Juni 2026 | Kategorie: Aktuelles

Wandel beim Handel


Je stärker Wechselkurse schwanken, desto wichtiger ist es, vorausschauend zu planen. Das Online-Tool 
S-Treasury Mittelstand ermöglicht es Unternehmen jetzt, eigenständig Währungen zu handeln – schnell und kostengünstig.

Florian Jack, Fachberater Internationales Geschäft bei der Sparkasse Hannover

Als am Morgen des 28. Februar die ersten US-amerikanischen und israelischen Raketen in Iran einschlugen, folgte die Reaktion an den Devisenmärkten binnen Minuten: Der US-Dollar wertete gegenüber dem Euro auf. Wie so oft profitierte die US-Währung von ihrem Status als weltweit wichtigste Reserve- und Flucht-währung. Doch bereits wenig später drehte sich das Bild, und der Dollarkurs gab nach von 1,18 Euro auf 1,14 Euro Mitte März.

Seit dem Wahlsieg von Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen im November 2024 schwankt der Kurs des Dollar gegenüber anderen Währungen so stark wie lange nicht mehr. „Die Ausschläge sind größer geworden und die Zeitabstände dazwischen kürzer“, sagt Florian Jack, Fachberater Internationales Geschäft bei der Sparkasse Hannover.

© 2026 Europäische Zentralbank

 

Philip Preukschat, Leiter Zahlungsmanagement bei der Sparkasse Hannover

Das betrifft alle Unternehmen, die Geschäfte in Fremdwährungen betreiben. „Solche Schwankungen beeinflussen erheblich die Marge“, sagt Philip Preukschat, Leiter Zahlungsmanagement bei der Sparkasse Hannover. Deshalb berät die Sparkasse Hannover Kundinnen und Kunden schon lange im Umgang mit Wechselkursrisiken. Wer regelmäßig Geschäfte außerhalb des Euroraums oder in Fremdwährungen tätigt, kann nun ein neues Online-Tool nutzen: S-Treasury Mittelstand. Wurden Devisengeschäfte bislang meist telefonisch über die Sparkasse Hannover gehandelt, können Unternehmen jetzt selbst digital Kauf- und Verkaufsaufträge erteilen.

Zwischen Bangladesch und Schweden

Das Tool erleichtert es, Zahlungsströme in Fremdwährungen zu planen und Gewinnspannen im Blick zu behalten: Ein deutscher Bekleidungsproduzent, der beispielsweise Ware aus Bangladesch in US-Dollar bezieht und nach Schweden und in die Schweiz in Kronen beziehungsweise Franken exportiert, kann heute schon die auf Basis seines Plankurses  kalkulierte Marge für die  Frühjahrskollektion 2027 absichern. „Mittels Kassa- oder Termingeschäften sichert er sich bereits jetzt die Wechselkurse, sowohl für den Kauf der Währung zur Bezahlung des Lieferanten als auch für den Verkauf der Währung, die er von seinem Kunden erhält“, erklärt Preukschat. Die entsprechenden Daten können auf Wunsch über eine Schnittstelle sogar gleich ins firmeneigene ERP-System transferiert werden.

Darüber hinaus lässt sich mit dem Tool ein effizientes  Währungsmanagement aufbauen. „Der Kunde behält wesentliche Wechselkurse und seine Kalkulation im Auge und wird, wenn nötig, benachrichtigt“, erklärt Jack. „Wer seine Währungsstrategie im System hinterlegt, kann eine Vielzahl von Fremdwährungs-Cashflows gleich vollautomatisch absichern oder sogar eine rollierende Fremdwährungs-Cashflow-Planung aufbauen.“

Für strategische Entscheidungen stehen weiterhin die Fachleute der Sparkasse Hannover bereit. „Das neue System ersetzt die Beratung durch unsere Expertinnen und Experten nicht, sondern ergänzt sie sinnvoll“, stellt Philip Preukschat klar.

Risiken vermeiden, Chancen nutzen

In der Vollversion eignet sich S-Treasury Mittelstand für Unternehmen, die schon heute ein professionelles Währungsmanagement betreiben und Entscheidungen schneller umsetzen möchten, oder für Unternehmen, die gerade dabei sind ein Währungsmanagement aufzubauen, denen aber die technische Lösung dafür fehlt. Daneben gibt es eine Basisversion für Unternehmen mit Auslandskontakten, die einen einfachen Einstieg in das Thema suchen. „Geschäfte in Fremdwährungen bergen Risiken“, sagt Preukschat. „Jedem, der sie aktiv managt, bieten sie aber auch viele Chancen.“

Grundsätzlich sei das Tool selbsterklärend und intuitiv, erklärt der Experte. „Wir haben es Kolleginnen und Kollegen testen lassen, die nichts mit Währungsmanagement zu tun haben – und alle kamen gut damit zurecht.“ Dennoch bietet die Sparkasse Hannover Unternehmen ein umfassendes Onboarding an, in dem die Funktionen eingehend erläutert werden. „Wenn gewünscht, können wir uns beim ersten Trade auf den Rechner des Kunden schalten und die Schritte gemeinsam durchgehen.“ Ein anschließender Support wird ebenfalls bereitgestellt.

Die beiden Sparkassen-Experten sind überzeugt davon, dass sich der Wechsel zum neuen System lohnt: „Die globalen Risiken werden nicht geringer“, sagt Florian Jack, „um so wichtiger ist es, sie aktiv zu managen sowie flexibel und schnell zu reagieren.“

 

Text: Christian Baulig
Bilder: Adobe Stock, Franz Fender