Volltanken für die Zukunft

veröffentlicht am 24. September 2026 | Kategorie: Aktuelles

Sebastian Mundt, Marina Busse und Helmut Klaassen-von Nitzsch auf dem Dach des Autohofs Hannover Airport

Die Mundt-Gruppe, lange Experte für fossile Energieträger, setzt seit Jahren stärker auf Nachhaltigkeit. Jetzt geht die Unternehmensgruppe hinter den M1-Tankstellen mit einem Multifuel-Autohof am Flughafen Hannover einen riesigen Schritt Richtung Zukunft – mit Unterstützung der Sparkasse Hannover.

Der Autohof Hannover Airport der Mundt GmbH

Szenen wie diese lassen sich in Langenhagen seit April jeden Tag beobachten: Ein LKW-Fahrer wuchtet einen riesenhaften Stecker zu seiner grauen Zugmaschine, dockt an, dann kann der Strom mit 400 Kilowatt fließen. Und während die Batterien laden, verschwindet der Fahrer im Gebäude nebenan, um zu duschen und sich im Restaurant Gate One zu stärken. Der neue Autohof Hannover Airport, der direkt an den Flughafen und die A352 angrenzt, bietet einen Rundum-Service für alle, die unterwegs sind. Gestemmt hat das Großprojekt mit 117 LKW-Parkplätzen, Lademöglichkeiten für Lastwagen und PKW, weiteren Zapfsäulen flüssige Kraftstoffe und einer Wasserstoff Tankstelle sowie Shop und Bistro-Restaurant die Mundt-Gruppe. Als Finanzierungspartner dabei: die Sparkasse Hannover.

Das Unternehmen mit Sitz im hannoverschen Stadtteil Linden ist ein Mittelständler mit rund 200 Beschäftigten. Die Gruppe betreibt mehr als 40 M1-Tankstellen, verkauft aber auch Heizöl, Erdgas, Strom sowie Schmierstoffe und hat eine Haustechniksparte. Die geschäftsführenden Gesellschafter Reiner und Sebastian Mundt – der Senior-Chef des Unternehmens sowie sein Sohn und Nachfolger – haben das Projekt mit den Geschäftsführern Helmut Klaassen-von Nitzsch und Jan Hartwig in den vergangenen Jahren vorangetrieben. Der Autohof ist für das Unternehmen ein Quantensprung. „Wenn wir neue Tankstellen bauen, dann haben die meist 3000 Quadratmeter, eine ähnliche Ausstattung und sind nach zehn Jahren abgezahlt“, sagt Klaassen-von Nitzsch. „Das hier ist eine ganze andere Hausnummer.“

Speditionen im Visier

Aus der Idee des Senior-Chefs, in Flughafennähe eine große Tankstelle mit Stellplätzen zu bauen, ist nach Jahren der Planung ein Mega-Projekt geworden: Fast 20 Millionen Euro haben Mundt und Partner wie Shell in den Autohof mit 45.000 Quadratmetern Grundfläche investiert. Als Kooperationspartner wählte man aufgrund der langjährigen Markenpartnerschaft den britischen Energiekonzern Shell. Das Unternehmen ist einer der Vorreiter bei Elektroladestationen sowie Wasserstoff-Tankstellen und bietet mit der weit verbreiteten Shell-Card ein Programm, das vor allem Firmenkunden eng an die Marke bindet. „Den Speditionsmarkt könnten wir allein bei weitem nicht so gut erreichen“, sagt Sebastian Mundt.

Für Berufskraftfahrer hat der Autohof eine Menge zu bieten: Neben den zahlreichen Parkplätzen stehen ihnen drei Schnellladeplätze und sechs Über-Nacht-Ladeplätze zur Verfügung, dazu gibt es Duschen und Waschmaschinen – die Parkplätze sind beschrankt und sogar im Voraus online buchbar. Daneben können Autofahrer 14 überdachte Ladeplätze für E-Autos nutzen, an denen sich die Batterien innerhalb weniger Minuten zu einem Großteil aufladen lassen. Dazu gibt es Benzin und Diesel (auch die nachhaltige Variante HVO100) und etwas abseits vom Tankstellengebäude ein großes Areal zum Betanken von Wasserstofffahrzeugen. „Mit seinem Energiemix ist der Autohof zukunftssicher aufgestellt“, sagt Sebastian Mundt. Von einer Fachzeitschrift wurde der Autohof für sein Gesamtkonzept kürzlich zur „Tankstelle des Jahres 2026“ gekürt.

 

Flexible Finanzierung für mehr Planungssicherheit

Austausch auf dem hochmodernen Autohof

Auch Marina Busse ist vom Konzept überzeugt. Die Unternehmenskundenberaterin der Sparkasse Hannover begleitet das Projekt seit 2024. „Es ist beeindruckend, was die Mundt-Gruppe hier geschaffen hat“, sagt sie. Das Unternehmen habe viele Aspekte bedacht: So wurden 574 Photovoltaik-Elemente mit einer Gesamtleistung von bis zu 226 Kilowatt auf die Dächer gesetzt, die den Energiebedarf des Autohofs abseits des Ladestroms komplett decken. Anstatt die Gastronomie an einen Dienstleister zu übertragen, betreibt Mundt das Bistro Gate One selbst – um die Wertschöpfung im Unternehmen zu halten. Auch die nachhaltige Architektur mit den massiven Holzbalken sticht heraus.

„Bei der Finanzierung ist das Unternehmen mit uns neue Wege gegangen“, berichtet Busse. Das Grundstück habe man mit eigenen Mitteln gekauft. Der Autohof hingegen wurde mithilfe einer Finanzierung realisiert, die durch langfristig laufende Zinsderivate abgesichert wird. Damit verbindet das Unternehmen die Flexibilität einer variablen Finanzierung mit Planungssicherheit bei den Zinskosten. Die Derivate reduzieren das Risiko steigender Marktzinsen und sorgen für langfristig besser kalkulierbare Finanzierungskosten Das Produkt wirkt komplex – die Sparkasse berät Unternehmen aber sehr eng. So war es auch beim Autohof-Projekt: „Wir haben uns da richtig reingearbeitet, wir wollten das verstehen“, sagt Geschäftsführer Helmut Klaassen-von Nitzsch. „Zwischenzeitlich haben wir uns sehr oft ausgetauscht“, sagt Marina Busse. „Es ist für uns immer ein gutes Zeichen, wenn Kunden auch komplexe Lösungen wirklich durchdringen wollen.“ Weiterer Pluspunkt für die Umsetzung: Durch das Bundesamt für Logistik und Mobilität gab es eine lohnende Förderung – auch rund um die Antragstellung hat die Sparkasse Hannover die Mundt-Gruppe unterstützt.

Ein Treffpunkt auch für Flugzeugfans

Dass der Autohof gerade von Fernfahrern gut angenommen wird, freut auch die Stadt Langenhagen. Schließlich entlastet das Angebot auch die Straßen in den umliegenden Gewerbegebieten, die oft als Schlafplätze für Fahrer mit Pausendruck herhalten müssen.

Und noch eine andere Gruppe frequentiert den Autohof. „Wir haben hier jeden Tag Planespotter auf der Terrasse“, erzählt Sebastian Mundt. Gäste also, die mit einem Kaffee im Außenbereich der Autohof-Gastronomie Gate One auf Flugzeuge warten, um sie zu filmen und zu fotografieren. „Der Kunden-Mix ist so vielfältig wie unser Angebot.“

 

Text: Gerd Schild
Fotos: Helge Krückeberg